Marcel Heuck, hier im Angriff gegen Spandau, lieferte bei seinem Regionalliga-Comeback eine gute Vorstellung ab - dennoch verloren die Potsdamer mit 1:3.Die erste Herrenmannschaft des USV Potsdam hat am Samstag Abend (14.02.2015) ihr Heimspiel gegen den TSV Spandau 1860 mit 1:3 (25:15, 19:25, 23:25, 20:25) verloren. In einer abwechslungsreichen und unterhaltsamen Partie dominierte der USV den ersten Durchgang, ehe Spandau sich steigerte, das Schiedsgericht den dritten Satz entschied und die Berliner schließlich als verdienter Sieger das Parkett verließen.

Als am Vormittag des Spieltags feststand, dass lediglich 6 Spieler definitiv mit Anwesenheit glänzen würden, entschied man kurzfristig, mit Marcel Heuck aus der zweiten Mannschaft einen weiteren Außenangreifer zu aquirieren, der gegen Spandau nach 5 Jahren sein Regionalliga-Comeback geben durfte. Da sich neben selbigem, sowie Martin Grohs, Attila Dahmann, Martin Hänel, Thomas Schulze, Kapitän Erik Heidemann und Jens Reimann auch kurzfristig Mario Kuss und Andreas Scheuerpflug für einen Ausflug in die Sporthalle Heinrich-Mann-Allee begeistern konnten, standen Coach Thomas Schulze – entgegen den Erwartungen – sogar zwei Wechseloptionen zur Verfügung. Im ersten Satz legte Potsdam, begünstigt durch viele Angriffs- und Aufschlagfehler der Berliner, sogleich eine 10:5- und 19:10 Führung vor, die auch zunächst eine 100%ige Erfolgsquote von Marcel Heuck beinhaltete. Folglich wurde der erste Satz souverän 25:15 gewonnen. In der Satzpause machten sich die Berliner mit lautstarker, interner Diskussion bemerkbar und demonstrierten, dass sich ihre Zufriedenheit des bisherigen Spielverlaufs in Grenzen hielt. Daran änderte sich zunächst jedoch nichts. Bis zum 13:12 blieben beide Teams gleich auf, wobei sich Spandau gleich 4 Aufschlagfehler in Serie leistete und die Potsdamer Annahme damit in den Tiefschlaf versetzte. Als dann plötzlich wieder Bälle über’s Netz kamen und sich mit einigen unglücklichen Passentscheidungen von Mario Kuss paarten, war das Ruder schnell verrissen: 13:18, 15:20, 19:25. Im dritten Abschnitt lagen die Potsdamer bereits mit 12:16 im Hintertreffen. Doch der USV fasste sich, allen voran durch den immer motivierenden und positiv denkenden Heuck, ein Herz und glich bei 18:18 wieder aus. Bis zum 23:24 blieb es bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen, ehe das Schiedsgericht maßgeblich Einfluss auf Satz- und Spielausgang nahm. Es hatte zuvor bereits Jens Reimann verwarnt, weil er sich darüber beschwert hatte, dass der Ball bereits wieder freigegeben wurde, als er noch Schweiß vom Boden wischte. Neben der zwischenzeitig aus Potsdamer Sicht äußerst unglücklichen Beurteilung gehobener Bälle sowie zweifelhafter Zuspielversuche des Gegners, hielt sich der Spandauer Mittelblocker nach seiner Angriffsaktion nun mit einem Arm am Netz fest, um nicht überzutreten und verschaffte sich damit einen klaren Vorteil. Der Pfiff blieb aus, doch jetzt wurde es erst richtig kurios: Der Ball wurde auf Potsdamer Seite erneut aufgebaut und Marcel Heuck verwandelte ihn diagonal. So sah das auch die erste Schiedsrichterin und gab den Ball für Potsdam. Aus unerklärlichen Gründen revidierte sie nach 5 Sekunden ihre Entscheidung und gab ihn aus. Tumultartige Szenen waren die Folge – auf den Videobeweis verzichten wir an dieser Stelle. Nur soviel: Ja, er war wirklich drin. Um die Überschrift dieses Artikels in ein neues Licht zu rücken, sei abschließend hierzu erwähnt, dass neben einem Schiedsrichterbeobachter auch Sven Schlegel als Beobachter des Schiedsrichterbeobachters vor Ort war und diesen Sachverhalt sicher ausführlich mit den betreffenden Personen besprochen haben wird. Dem USV war in der Folge nun anzukreiden, dass man sich nach derartiger Beeinflussung nicht sofort wieder auf das Spielgeschehen konzentrieren konnte, da man das Gefühl hatte, zu einem Satzgewinn 30 Punkte beitragen zu müssen. Der vierte Abschnitt wurde nach 16:18 und 16:21, mit 20:25 vergeigt. Kurios dabei: Andreas Scheuerpflug verzeichnete in 2 aufeinanderfolgenden Ballwechseln 8 Pässe! Auch das zeigt ein wenig, woran der USV letztendlich scheiterte.

Damit scheint sicher, dass der glorreiche USV Potsdam nach Rang 2 und 3 in den Vorjahren, vermutlich auf Rang 6 der Tabelle zum Saisonende am 21. März 2015 einlaufen wird. Nach oben wie unten beträgt die Differenz bei noch 3 ausstehenden Spielen 5 Punkte. Damit wird erstmals in der Vereinsgeschichte ein Damenteam besser als die 1. Herrenmannschaft abschließen. Inwieweit sich diese Wachablösung auf die vereinsinterne Verteilung von Spieler- und Trainergehältern, Sponsoren- und Fernsehgeldern auswirken wird, muss dann im Sommer verhandelt werden.

Für den USV am Ball:

Martin Grohs, Attila Dahmann, Martin Hänel, Marcel Heuck, Erik Heidemann, Jens Reimann, Mario Kuss, Andreas Scheuerpflug, Thomas Schulze

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Schiedsrichter im Fokus: 1. Herren unterliegen Spandau mit 1:3
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