Derbysieger: Jens Reimann düpiert den Block des VC Potsdam-WaldstadtDie Volleyballer des USV Potsdam sind Doppel-Derbysieger! Am Samstag Nachmittag (21.11.2015) setzte sich zunächst die erste Herrenmannschaft vor gut und gerne 250 Zuschauern (!) mit 3:2 (19:25, 25:19, 21:25, 25:22, 15:12) gegen den VC Potsdam-Waldstadt durch, am Abend besiegte die erste Damenmannschaft den SC Potsdam II klar mit 3:0 (25:19, 26:24, 27:25). Als wertvollste Spieler wurden Robert Ließ und Karen Amlang ausgezeichnet.

Das Männer-Derby, auf das der USV seit drei Wochen hinfieberte, zog am Samstag Nachmittag ganz Volleyball-Potsdam in seinen Bann: Die 250 Zuschauer in der Halle sorgten für eine großartige Kulisse, wodurch beide Mannschaften bis in die Haarspitzen motiviert waren. Waldstadt erwischte den besseren Start und kam auch dank einer gewissen Schläfrigkeit der Gastgeber zu einer schnellen 9:5- und 17:12-Führung, die schließlich in den 25:19-Satzgewinn für die Gäste gipfelte. Beim USV, welcher mit Jurisch, Scheuerpflug, Reimann, Ließ, Grohs, Marchal und Schulze ins Match startete, wechselte Interimscoach André Rübensam noch während des ersten Satzes durch, verhalf Christoph Schneider zu seiner Derbypremiere am Aufschlag und brachte mit Mario Kuss und Lars Hurtig noch mehr Routine ins Spiel. Zeitweise war mit Robert Ließ bzw. Martin Grohs nur ein Spieler auf dem Feld, der die 40 Lenze noch nicht überschritten hatte – als der Mittelblocker am Anfang des zweiten Satzes zum Aufschlag schritt, stand der USV mit einem Altersdurchschnitt (!) von 44,15 Jahren auf dem Feld – absoluter Rekord! Folglich feierte die eigene Bank den „alten USV“, der jedoch unter Beweis stellte, dass er dem Tabellenletzten, der an diesem Tag eher wie ein Spitzenteam der Liga auftrat, nicht nur in Schach halten, sondern auch mit 25:19 an die Wand spielen konnte. Als nach dem Satzausgleich die Uhren wieder auf 0 gestellt waren, wirkte Waldstadt nun wieder etwas wacher und hielt dagegen. Beim Stand von 13:13 landete Martin Grohs nach einem Blockversuch auf dem Fuß von Jens Reimann und musste mit Verdacht auf einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk vom Feld. Infolgedessen setzte sich Waldstadt auf 17:15 ab und konnte die Führung bis auf 22:18 ausbauen. Dann kam Schulze für Kuss zurück in die Partie, doch die Gastgeber brachten mit zwei Aufschlagfehlern die Vorentscheidung zugunsten der Waldstädter – 22:25. Das Geschehen blieb im vierten Satz weiter ausgeglichen, erst bei 18:15 konnte sich der USV vorentscheidend absetzen und die 3-Punkt-Führung zum 25:22 ins Ziel bringen. Spätestens jetzt hatte sich auch das Schiedsgericht mit einigen fragwürdigen Entscheidungen in die Herzen der Zuschauer gespielt und trug somit zur allgemeinen Unterhaltung bei. Im Tiebreak begann der USV auch dank zweier Service-Winner von Schulze mit einer 4:0-Führung, bei 8:6 wurden letztmalig die Seiten gewechselt. Beim Stand von 12:10 erreichte das Spektakel dann seinen Höhepunkt, als Philip Marchal einen Ball mit 800km/h im 3-Meter-Raum der Waldstädter versenkte. Unter dem Jubel der Fans, darunter auch Christian „Bulle“ Grapentin, verwandelte Christian Burkhardt dann schließlich den dritten Matchball des Derbysiegers zum 15:12! Als wertvollster Spieler zeichnete Waldstadts Trainer Gregor Steinke USV-Libero Robert Ließ aus, der an diesem Tag seine Punktspielpremiere in dieser Saison feierte und mit einer sehr guten Annahmeleistung auf sich aufmerksam machte. Für Waldstadt bleibt die Situation als Tabellenletzter der Liga weiter angespannt, der USV rangiert weiterhin auf Rang 3 der Liga und tritt am kommenden Samstag um 18 Uhr bei der SG Rotation aus Prenzlauer Berg an.

Aufgrund der Länge des Männerspiels wurde das nachfolgende Damen-Derby zwischen dem USV und dem SC Potsdam II 15 Minuten später angepfiffen. Beim USV starteten mit Kapitänin Martina Gast (Zuspiel), Verena Poppe-Kohlsdorf (Annahme-Außen), Tina Patzner (Mittelblock), Paula Fabian (Diagonal) vier ehemalige SC-Spielerinnen an der Seite von Julia Hofmann (Libera), Karen Amlang (Annahme-Außen) und Tanja Bergmann (Mittelblock) ins Match gegen die zweite Garde des SC Potsdam. Trainer Thomas Schulze forderte von seiner Mannschaft nach zuletzt guten Trainingseindrücken und der zweimaligen Beobachtung des Gegners im Vorfeld der Begegnung einen 3:0-Erfolg. Diesem Wunsch kam die Mannschaft dann auch nach. Tatsächlich hielt die Begegnung nicht das ganz hohe Regionalliga-Niveau, da die Gäste mit vielen eigenen Fehlern einen Satzverlust der Gastgeber unmöglich machten. So ging der erste Satz mit 25:19 an den USV. Im zweiten Abschnitt lieferte Tanja Bergmann dann eine unglaubliche Show ab: Die 24-jährige, die im Februar 2011 zum USV kam und seitdem eine rasante Entwicklung durchgemacht hat, sammelte zunächst Blockpunkte wie andere Briefmarken, ehe sie einen Kurz-Kopf-Pass von Martina Gast in einer Art und Weise verwandelte, dass es ihren Trainer laut grölend von der Bank hob. Zum Satzende ermöglichte letzterer auch der Auswechselbank ein wenig Einsatzzeit, aufgrund der permanenten, eigenen Führung war das 26:24 zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr. Gleiches galt auch für den dritten Abschnitt, als der USV schon 14:6 führte, ehe Alexandra Schramm sich „versehentlich selbst einwechselte“ und Tanja Bergmann damit den MVP-Titel entriss. Trotz eines zwischenzeitigen 19:11-Vorsprungs wurde es nach 6 Wechseln beim USV noch einmal spannend, doch angesichts der nach Spielende anstehenden Weihnachtsfeier sollte unbedingt der soziale Frieden im Team gewahrt werden – 27:25. Unbestätigten Gerüchten zufolge führte der SC Potsdam II in diesem Spiel genau zwei Mal: Beim 1:0 und 2:1 im ersten Satz. Als wertvollste Spielerin wählte Gästetrainer Arne Kramer Außenangreiferin Karen Amlang. Für die Nummer 17 des USV, die im Sommer von Drittligameister Neustadt-Glewe zum USV kam, ist es bereits die vierte Auszeichnung in dieser Saison.

Am kommenden Sonntag geht es für die 1. Damenmannschaft zu Aufsteiger SV Braunsbedra. Die Gastgeber sind stark in die Saison gestartet, nur einen Punkt hinter dem USV auf Tabellenplatz 3 zu finden und gewannen am Samstag mit 3:2 bei Tempelhof-Mariendorf – ein echtes Spitzenspiel also. Spielbeginn in der Geiseltalhalle Braunsbedra ist um 15 Uhr.

Für den USV am Ball:

Andreas Jurisch, Andreas Scheuerpflug, Christian Burkhardt, Jens Reimann, Martin Grohs, Philip Marchal, Robert Ließ, Thomas Schulze, Mario Kuss, Martin Hänel, Christoph Schneider, Lars Hurtig

Martina Gast, Julia Löchel, Verena Poppe-Kohlsdorf, Karen Amlang, Paula Fabian, Ulrike Engel, Katherina Richter, Nora Makowski, Tanja Bergmann, Alexandra Schramm, Tina Patzner, Julia Hofmann

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Derbysieger: USV schlägt Waldstadt und den SCP
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