Die Volleyball-Regionalligateams des USV Potsdam haben aus ihren Heimspielen am Samstag (05.12.2015) lediglich 3 Punkte entführen können: Die erste Damenmannschaft setzte sich mit 3:1 (22:25, 25:15, 25:13, 25:15) gegen den SV Energie Cottbus durch, die erste Herrenvertretung verlor ihr Heimspiel gegen den CV Mitteldeutschland II aufgrund dünner Personaldecke mit 1:3 (24:26, 25:23, 23:25, 15:25). Als wertvollste Spieler wurden die Mittelblocker Alexandra Schramm und Attila Dahmann ausgezeichnet.

Bei den Damen konnte Trainer Thomas Schulze nahezu aus dem Vollen schöpfen: Lediglich Katherina Richter (Bänderriss) und Nora Makowski (beruflich eingespannt) fehlten, so dass dennoch 12 Spielerinnen den Weg auf’s Protokoll fanden. Zu Spielbeginn gegen die bisher punkt- und sieglosen Cottbuserinnen, die mit einem Altersdurchschnitt von 17 Jahren in Potsdam aufschlugen, ging der USV vor knapp 30 Zuschauern zunächst auch schnell recht deutlich in Führung (13:8), wobei 6 der 8 gegnerischen Punkte durch Potsdamer Eigenfehler verursacht wurden. So hielt man Cottbus im Spiel. Die Gäste setzten nun bei eigenem Aufschlag die USV-Annahme dermaßen unter Druck, dass Energie bei 14:14 gleich zog. Auch drei Wechsel und ein Tausch der Liberas brachte keine Linderung, so dass Cottbus auf 23:21 enteilte. So fiel auch der Satzball für Cottbus zum 25:22 durch einen direkten Annahmefehler. Im zweiten Satz stellte man nun die Aufschlagtaktik um und beschäftigte vornehmlich den vorderen Annahme-Außen des Gegners, so dass die Durchschlagskraft des Energie-Angriffs über Position IV signifikant abnahm. Punktserien des Gegners blieben nun die Ausnahme (von 1:9 auf 6:9 im dritten und von 1:1 auf 6:1 im vierten Abschnitt). Folgerichtig kam der USV zu drei souveränen Satzerfolgen (25:15, 25:13, 25:15), woran alle Spielerinnen ihren Anteil hatten. Besonders hervorzuheben sind dabei die etatmäßige Mittelblockerin Tina Patzner, die als Außenangreiferin immer eine Lösung im Angriff fand, Ulrike Engel, die ihre Einsatzchance nutzte und mit einer sehr guten Punktausbeute garnierte und Alexandra Schramm, die allen voran von Kapitänin Martina Gast gekonnt eingesetzt wurde und so den Gegenbeweis für die These erbrachte, dass Mittelblocker keine Chance auf den Titel des MVP haben.

Gleiches galt auch für Attila Dahmann, der mit den USV-Männern im Anschluss Chemie-Volley Mitteldeutschland II empfang. Als zum Anpfiff um Punkt 19 Uhr genau 1 Zuschauer (und dieser sich auch noch als Fan der Gäste outete) die Halle in der Heinrich-Mann-Allee bevölkerte, beantwortete der USV die Anfrage des Gegners nach dem Publikum damit, dass man als Ordnungsstrafe für die exzessive Weihnachtsfeier nach dem Derbysieg ein Geisterspiel auszurichten hätte – und irgendwie auch mit der Vorgeschichte dieser Ansetzung. Da die Anzahl der Zuschauer mit den Wechseloptionen des Heimteams zu korellieren scheint, hatte sich Spielertrainer Thomas Schulze bereits von seinen Träumen, einen entspannten Abend auf dem Trainerstuhl verbringen zu können, verabschieden müssen. Da neben ihm lediglich sechs unentwegte Mitstreiter, darunter Libero Martin Hänel, den Weg in die altehrwürdige Spielstätte des USV fanden, stellte sich das Team komplett von allein auf: Mario Kuss zog unter Schmerztabletten die Fäden im Zuspiel, Andreas Jurisch hatte als Diagonalspieler in Anbetracht des sicher geglaubten MVP-Geschenks auf das Kaufen eines Nikolaus-Präsents für die Familie verzichtet, Philip Marchal und Attila Dahmann agierten seriös über die Mitte, Christoph Schneider und Thomas Schulze als Annahme-Außen. Hinein ins Spiel: Der CVM machte viele eigene Fehler, Potsdam auch. Am Ende des ersten Satzes ist der Gegner schon 24:20 in Front, für den ganz großen Wurf reicht es jedoch nicht mehr (24:26). Im zweiten Satz hat der USV am Ende knapp die Nase vorn (25:23), im dritten Satz ist es wieder der Gast (23:25). Inzwischen hatte sich das Publikum verfünfzehnfacht und erlebte unter den seinen den USV-Ultra Arno Goreczko-Ließ in Höchstform. Im letzten Abschnitt war dann der Wille der Gastgeber gebrochen und der USV ergab sich in sein Schicksal. Dass das Ergebnis noch halbwegs erträglich wurde lag an vier Breaks bei Matchball CVM, darunter zwei Asse – letzteres mit Ansage. Glückwunsch an Atti zum MVP-Titel!

Wenn man sich die letzten Spielberichte so durchliest, benötigt es vielleicht mal wieder eine interne Gesprächsrunde, um die grundsätzliche Personalsituation bei Spieltagen zu erörtern. Beim Derby waren 14 (!) Spieler in der Halle – soviel wie bei den letzten beiden Spielen zusammen. Am Samstag geht es nach Spandau – dem Vernehmen nach wird es auch bei dieser Ansetzung schwer, sechs Unentwegte zusammenzukratzen, zumal auch von den Allesfahrern nicht alle dabei sein werden.

P.S.: Mit Marcel Heuck befand sich am gestrigen Abend eine spielberichtigte Alternative auf der Tribüne, die sicher eine sehr viel größere Angriffswirkung über die Außenposition versprochen hätte. Angesichts der Satzergebnisse möge sich jeder selbst ein Bild davon machen, wie das Spiel dann ausgegangen wäre. Kommunikation ist alles.

P.P.S.: „Der auf den fünften Platz abgerutschte USV Potsdam setzte im Heimspiel gegen den CV Mitteldeutschland II alles daran, in dem Verfolgerfeld nicht weiter an Boden einzubüßen. Aber auch die nur einen Punkt hinter Potsdam liegenden Männer aus Spergau wollten mit einem Sieg den Abstand zur unteren Tabellenhälfte vergrößern, um nicht – wie letzte Saison – in der zweiten Saisonhälfte gegen den Abstieg spielen zu müssen. Die Potsdamer verloren mit 1:3 (-24, 23, -23, -15). Sie hatten wieder einmal personelle Probleme und waren nur mit sieben Spielern zur Stelle. USV-Spielertrainer Thomas Schulze kommentierte das nicht ohne Sarkasmus: „Das ist unsere sonst übliche Spielerquote bei Auswärtsspielen. Offensichtlich haben einige Spieler übersehen, dass wir diesmal zu Hause antreten mussten. Unter dieser Aufstellungsmisere litt auch unser Spiel.“ Der USV Potsdam driftete damit auf Platz sechs ab.“ Quelle: http://www.volleyball-nordost.de/rl-spielberichte.html

Für den USV am Ball:

Alexandra Schramm, Maria Heidelberger, Martina Gast, Julia Löchel, Verena Poppe-Kohlsdorf, Ulrike Engel, Julia Hofmann, Cindy Kremer, Tina Patzner, Paula Fabian, Karen Amlang, Tanja Bergmann

Attila Dahmann, Andreas Jurisch, Mario Kuss, Philip Marchal, Martin Hänel, Christoph Schneider, Thomas Schulze

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Regionalliga: Pflichtsieg und Niederlage in Heimspielen
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