Die erste Volleyball-Damenmannschaft hat am Samstag (27.02.2016) nicht nur das Potsdamer Stadtderby gegen den SC Potsdam II mit 1:3 (25:12, 24:26, 15:25, 21:25) verloren. Zu Beginn des dritten Satzes zog sich die Kapitänin und einzige Zuspielerin Martina Gast eine schwere Knieverletzung zu, die die Mannschaft vor ungeahnte Herausforderungen stellte. Ein Kommentar von Trainer Thomas Schulze.

Auswärtsspiel in Potsdam, super. Die Idee mit dem Rad zum Spiel zu fahren erledigt sich erst, als klar ist, dass Alex‘ Fahrrad einen Platten hat. Egal, denke ich, rein ins Auto, ab zum Spiel. Tini wird mit den obligatorischen zwei Minuten Verspätung abgeholt, Alex hebt einen Poller aus dem Weg und schon parkt man in der ersten Reihe. Durchzählen. Alle sind da, sogar Ulli und Nora – zumindest schreibt die Schreiberin sie auf’s Protokoll. Kurz mit Schneidi plauschen, dann mit den Mädels in die Kabine, die Marschroute durchgeben. Favorit sind heute wohl die anderen. Korbpritschen gegen den Physio mit den krummen Fingern – 7:10! Der Tag ist eigentlich schon gelaufen. Bei der Feldzeit hat Tina alle ihre Fehler an diesem Tag bereits weg – klasse. Rein ins Spiel: Tini fängt am Aufschlag an und hat erstmal keine Lust aufzuhören: 9:0 für uns! Bei 20:6 will Schneidi Julchen sehen, wird gemacht. Im zweiten Satz wird’s dann endlich ein Derby. Wir nicht mehr so konsequent und mit vielen blöden Fehlern. 16:18 – Mist. „Mädels, rüberbaggern reicht“. Nicht immer, aber auf einmal sind wir 22:20 vorn. Dann schwimmt die Annahme weg, Satz verschenkt. Aber es ist ein Derby mit geilen Ballwechseln und vielen Emotionen auf beiden Seiten! Hoppla, war ich das gerade, der die Schiris so krass angebrüllt hat?! Dritter Satz, 6:6: Tini verdreht sich das Knie in der Abwehr, muss raus. Sieht nicht gut aus, aber egal. Kühlen Kopf bewahren. Was tun? Paula! Paula steht doch auf Diagonal. Ich Fuchs. Dass sie zuspielen hasst – geschenkt. Julchen kommt rein, darf angreifen. Paula mit dem ersten Ball auf Vero – BÄÄÄÄM! Die Mädels sind danach mit den Augen bei Tini statt beim Gegner, das Ding ist durch. Als ob das nicht reicht, will die, die soeben vom Feld getragen wurde wieder mitspielen. Naja, sie ist ja alt genug, denke ich mir (Fehler). Sie also wieder rein, das Knie hält genau sechs Ballwechsel, dann kommt der Notarzt. An Volleyball denkt jetzt keiner mehr. Und Moment.. Wir haben doch schon zurückgewechselt, oder? Sven klärt mich auf: Ausnahmsweiser Wechsel ist möglich, Tanja war noch nicht auf dem Feld. Das 15:25 ist nebensächlich. Schneidi will Vero auf Diagonal stellen – abgelehnt. Die Mädels kämpfen. Für ihre Kapitänin, für sich, für die 100 Zuschauer, für ein tolles Spiel. Bis 20:21 ist das Wunder greifbar, danach geht der USV erhobenen Hauptes vom Feld und es entladen sich alle Emotionen. Die mit den ganzen Fehlern beim Einspielen ist meine MVP der Herzen. Vero wird es dann offiziell. Und irgendwie auch Paula. Eigentlich alle! Egal – unsere Gedanken sind im Ernst-von-Bergmann Krankenhaus.

Gute Besserung, Tini.

Für den USV am Ball:

Martina Gast, Verena Poppe-Kohlsdorf, Paula Fabian, Tina Patzner, Katherina Richter, Maria Heidelberger, Julia Löchel, Julia Hofmann, Alexandra Schramm, Tanja Bergmann

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Gute Besserung, Tini!
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