In strömendem Regen machten sich elf Spielerinnen, zwei Trainer und ein Ultra am 25.11. zu Aufsteiger und aktuell drittplatzierter Mannschaft – den USV Halle Volleys – ins Land der Frühaufsteher auf. Vor Ort erwarteten diese nach leichten Orientierungsschwierigkeiten im Hallensischen Straßenverkehr bis in die Haarspitzen motivierte Gastgeber. Hatten sie doch in der laufenden Saison bereits fünf Siege einfahren können.
Nach dem Einspielen erfolgten letzte taktische Hinweise durch das Trainergespann Nowak/Schulze. Als Aufsteiger in die Regionalliga mussten die Damen aus der Stadt der Hallorenkugeln Niemandem etwas beweisen. Man stellte sich auf eine bis in die Haarspitzen motivierte Mannschaft mit viel Ausdauer innerhalb der Ballwechsel ein. Schließlich wurden beide Teams den ca. 50 Gästen offiziell vorgestellt und das Spiel konnte beginnen. Für den USV Potsdam starteten Tina und Susi im Außenangriff, Tanja und Alex auf der Mitte, Vero im Diagonalangriff und Anne im Zuspiel.
Bereits der erste Satz warf Schatten des weiteren Spielverlaufs voraus. Auch wenn die Potsdamer in der ersten Hälfte stets mit kleiner Zwei-Punkte-Führung das Spiel gestalten konnten, schlichen sich zur Mitte des Satzes bereits erste Unkonzentriertheiten in allen Elementen ein. Da ging eine Annahme weg, ein Ball wurde verstellt oder ein Ball ins Aus geschlagen… die Halle Volleys arbeiteten sich Punkt für Punkt von einem 21:17 zu einem 21:20 heran. Auch die Auszeit von Potsdamtrainer Nowak brachte nicht den erwünschten Erfolg und Halle zog zum 22:22 gleich. Trainer Nowak/Schulze reagierten und brachten mit Jana für Tina eine neue Anspielstation für die gegnerische Aufschlagspielerin. Doch konnte der Spielzug nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Die Hallenser machten den dritten Folgepunkt zum 22:23. Nach Ausgleich und erneutem Ballverlust nahm Trainer Nowak bei 23:24 die zweite Auszeit und mahnte zu mehr Konzentration und Flexibilität in Angriff und Abwehr. Waren es doch vor allem die langen Spielzüge, in denen Halle das glücklichere Händchen hatte. Die Hallenser Damen wurden in ihrem Jubel lauter, das Publikum schien sich dem nahenden ersten Teilerfolg der Mannschaft noch nicht bewusst zu sein, war die Lautstärke dort doch eher überschau- bzw. überhörbar.
In einem Schlagabtausch auf Augenhöhe sollte der Satz weitergeführt werden, erst die beiden Aufschläge von Vero erlösten die sichtlich nervösen Potsdamerinnen und besiegelten den ersten Satzgewinn.
Man nahm sich vor, im zweiten Satz mindestens eine Schippe drauf zu packen und im Angriff mit noch mehr Köpfchen zu spielen, da gerade die gegnerische Abwehr gut und effizient selbst harte Angriffe nach vorne brachte. Mit gutem Block auf den Außenpositionen setzte Halle die Postdamer zusehends unter Druck und auch die Abwehr wackelte plötzlich merklich. Die Gastgeberinnen begannen mit einem 6:2, bis sich die Herausforderer wieder etwas berappelten und wieder auf ein 8:7 anschließen konnten. Doch irgendwie war der Wurm drin. Obwohl dem Gegner nochmals ein neues Bild gegeben wurde, indem Tina wieder aufs Feld kam und Tini ins Zuspiel eingewechselt neue Impulse setzte, wollten die Bälle den gegnerischen Boden nicht berühren. Hinzu gesellten sich vermehrt Aufschlagfehler. Nowak steuerte mit Auszeiten (8:11 und 13:19) von außen, doch die Hallevolleys sahen ihre Chance zum Satzgewinn. Erst eine erneute Aufschlagserie von Vero brachte die Potsdamer wieder auf ein 18:20 heran und verlangte auch dem gegnerischen Trainer Göbel beide Auszeiten ab. Die Feldabwehr und die Annahme wurden stabiler, doch der Druck im Angriff war für Halle noch immer nicht genug. So gelang es diesen in einer wiederholt knappen Crunchtime sich den Satz mit einem Ergebnis von 26:24 zu sichern.
So durfte es doch nicht weitergehen! Satz 3 startete mit unveränderter Aufstellung. Wiederum auf Augenhöhe wurden dem noch immer stillen Publikum umkämpfte Ballwechsel geboten. Einzig zu Beginn des Satzes konnte sich die Gastmannschaft mit 5 Punkten (11:6) absetzen, im weiteren Verlauf trennten die Mannschaften maximal drei Punkte. Der Potsdamer Block stabilisierte sich, bis auf die Diagonalangreiferin mit ihren Einbeinern konnten sich die brandenburgischen USVler immer besser auf den Gegner einstellen. Ivette verschaffte Tina auf der Außenposition eine Pause und arbeitete sich schnell in das Spielgeschehen ein. Der Mittelblock und die Libera Cindy arbeiteten auf Hochtouren und so belohnte man sich mit einem 25:23-Satzgewinn. Im vierten Satz wollte man nun – sichtlich abgearbeitet – endlich den Sack zu machen. Die Hallevolleys sollten uns nicht noch mit einem fünften Satz ärgern. Dieses fromme Vorhaben sollte noch einmal eine schwere Aufgabe werden. Gleich zu Anfang des Satzes sah man sich mit einem 2:9-Rückstand konfrontiert. Doch bewies die Mannschaft einmal mehr, warum sie auf dem zweiten Tabellenrang zu finden ist, sammelte sich auf dem Feld und arbeitete sich Punkt für Punkt bis auf ein 10:11 heran. Kurze Unstimmigkeiten schlichen sich gerade in der Annahme bei der Heimmannschaft ein und so erfolgte ein Führungswechsel zu einem 15:14, der dem Gegner eine Auszeit abverlangte. Diese taktische Aktion des Trainers zeigte bei Aufschlagspielerin Tini keine Wirkung und so zogen die Potsdamerinnen auf ein 17:14 davon. Doch dann sollte es noch einmal spannend werden. Halle drehte auf, Potsdams Mut flaute ab. So lief der Satz in Krimimanier bis zu einem Stand von 22:23 gegen Potsdam.
Wieder waren es zwei druckvolle Aufschläge durch Zuspielerin Tini, die den vierten Satz beendeten und die Potsdamer Damen nach knappen zwei Stunden Spielzeit und maximaler Auszeitenbilanz auf beiden Seiten belohnten. Hart umkämpfte drei Punkte gehen auf das Mannschaftskonto.
Als MVP wurden auf Seiten des USV Potsdam Zuspielerin Tini und auf der Gegenseite die Libera Caroline Arnold ausgezeichnet.

Spielbericht: Anne

Für den USV Potsdam am Ball:
Alexandra Schulze, Anne Borrmann, Cindy Kremer, Ivette Pollack, Jana Dotzek, Martina Gast, Susann Sass, Tanja Bergmann, Tina Patzner, Verena Poppe-Kohlsdorf

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USV vs. USV – Nervenstarke Potsdamerinnen entführen 3 Punkte aus Halle

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