Die Mädels des USV Potsdam gewinnen das Hüttenroder Volleyballturnier 2015!Ja, werter Leser, es gibt noch Wunder und um den krönenden Abschluss der Geschichte vorweg zu nehmen, ja, der USV Potsdam hat in Hüttenrode dieses Jahr so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Aber um das Wunder darin zu finden – denn eigentlich macht der USV es ja sowieso immer den Heroen der Geschichte gleich und gewinnt fast alles – müssen wir das Wochenende der Reihe nach rekonstruieren.

Die folgenden Zeilen sind aus der Sicht des späteren Siegertrainers geschrieben und könnten deshalb eine sehr subjektive Sicht des Geschehenen beschreiben. Er warnt deshalb schon vorher vor eventuellen Ausflügen in den Habitus des Hochmuts, welcher wahrscheinlich auf die USV-Sozialisation zurückgeht. Die fehlende Eloquenz seiner Worte dürfte an den Auswirkungen des USV-dären Wochenendes liegen, welches schon auf der Hinfahrt aus Potsdam am Freitagmittag seinen gerstensafthaltigen Beginn nahm. Bei der Ankunft erwartete uns eine weitere Mannschaft aus unserer Region, welche auf den Namen „Bacardi Potsdam“ hört. Aus Gesprächen mit anderen Teams stellte sich heraus, dass die laute Musik, die gute Stimmung, die coolen Typen (natürlich war auch dort ein USV’ler dabei) und die ca. 500 merkwürdigen braunen Flaschen mit rotem Stern nur Ablenkung von ihrer bescheidenen Volleyballleistung waren (Sie wurden am Ende nur 7. – Oh man…). Am Abend gesellten sich die weiteren Siegertypinnen des USV Potsdam II zu unserem Zeltlager und die erste Partynacht nahm ihren Lauf. Hier wurde zum ersten Mal der Kampfname unserer heroischen Damen für den folgenden Tag deutlich, denn „6 auf Abwegen“ war Programm. Um den Interpretationsspielraum der Leser einzuschränken, sei an dieser Stelle gesagt, dass sich die 6 bzw. 7 Spielerinnen nur auf den Abwegen des Bacchus und nicht auf denen des Eros befanden.

Bis zu diesem Zeitpunkt kann von einem Wunder noch keine Rede sein, denn dies war natürliches USV-Verhalten, welches schon seit der Urzeit genetisch weitervererbt wird. Doch schon am nächsten Tag bekam man Zweifel an der uralten Aussage Philus Cäsars: „veni, vino, amiserat“ (Ich kam, trank und verlor), denn die Mädels gewannen all ihre Spiele und standen im Viertelfinale. Dieses Spiel sollte wegweisend sein, denn es ging gegen die Lokalmatadoren Blankenburg aus der Regionalliga. Nach fünf Stunden wurde das Spiel endlich angepfiffen und die USV-Party begann. Das Wort Party ist bewusst gewählt, denn von nun an konnte man, bis zum Platz auf dem Treppchen ganz oben, nur noch von einer Party sprechen. Trainer, Co-Trainer und die überragenden Fans aus Neustrelitz, die sich dazugesellten, sahen sich 60 Anhängern und einem Hooligan-Greis Blankenburgs gegenüber, welcher unentwegt pöbelte – egal ob zu Feind oder Freund. Doch nichts konnte auch nur ansatzweise gegen die Fangesänge der USV-Anhänger ankommen. Unentwegt schallte es über den gesamten Sportplatz: „Move, Move, Move that ass! Meine Frau ist deine Frau, USV! Und Gut soooo, Waahnsinn!“ Angezogen wie die Fliegen vom Licht, sammelten sich immer mehr Zuschauer um das Feld des Spektakels und sahen, wie die Göttinnen aus Golm einen Monsterblock nach dem anderen setzten und die Blankenburger Volleyballfreunde im Tiebreak 18:16 vom Platz fegten. Die Stimmung war unbeschreiblich, alle lagen sich in den Armen und waren euphorisiert – ähnlich wie Eichhörnchen auf Tollwut. Selbst der Pöbelgreis wurde ganz kleinlaut und gratulierte zum Überraschungssieg. Coach Phil zitterte immer noch, als man nach der verdienten Dusche mit Traubensäften, Gerstenmalzgetränken und Pfefferminztees in die zweite Partynacht startete. Nach heftigen Tanzeinlagen, wildem Rumgeschunkel und diversen Abwegen (es war wirklich dunkel und alles sah gleich aus) konnte es auch nach dieser Nacht nur heißen: „Partysieger, Partysieger, USV!“. Die Tanzeinlagen waren sogar so wild, dass der spätere Siegertrainer umknickte und sich erst dadurch voll und ganz auf die Konzeption und Planung des Gesamtsieges der Damen am nächsten Tag konzentrieren konnte.

Nun sollte er also beginnen, der Tag des totalen Triumphes und er startete wie jeden Morgen um 7:30 Uhr mit lauter Musik und frischen Orangensäften, die merkwürdigerweise leicht vergoren schmeckten. Nach und nach erwachten die Spielerinnen des Universitätsportvereins Potsdam und blinzelten der Sonne entgegen, wie frisch geschlüpfte asiatisch-stämmige Rohrspatzen. Nur die Zuspielerin mit dem wenigen Körperschmuck fehlte und konnte auch bis kurz vor Beginn des Halbfinales nicht aufgetrieben werden. Da sich die 7. Frau Tina jedoch auch verletzt hatte, bahnte sich ein Ende des Wunders an, doch es sollte anders kommen. Kurz vor Anpfiff erschien dann nämlich doch noch ein w(h)eißer Blitz auf dem Feld und das Halbfinale begann.

Natürlich konnte man sich von einer Mannschaft die „5 Sekt und ein Pfeffi“ hieß, nicht besiegen lassen und ließ wortwörtlich 6 leere Flaschen zurück. Auf einer Welle des Jives und Rotkäppchens reitend, fegte man die gegnerische Regionalligamannschaft im Tiebraek mit 15:2 vom Schotter. Ja ihr habt richtig gelesen: 15:2 – bei zwei eigenen Aufschlagfehlern! Niemand widersprach, als der Trainer danach die wegweisenden Worte sagte: „Ihr wisst schon, dass wir das Finale bereits gewonnen haben.“ Es könnte sein, dass die Worte laut genug waren, um die Finalgegnerinnen auf dem Nachbarfeld zu erreichen aber nun denn, gestärkt durch die 5 Sekt und den Pfeffi, konnten die Vorbereitungen für das große Finale beginnen. Diese bestanden im Wesentlichen aus dem Auffüllen der Spritzpistolen mit flüssigen Pfefferminzbonbons, dem freundlichen Gespräch des in Tutu gekleideten Trainergespanns mit den Gegnerinnen, wobei häufig die Frage aufkam, wieso sie denn nicht auf der Party waren, und dem Beruhigen der Mädels mit den Worten: „Ihr habt sowieso schon alles gewonnen, dieser Sieg ist nur Bonus.“ Kurz vor dem Finale gab es dann doch noch eine Überraschung und den nächsten Sieg, denn Zuspielfloh Sarah, obwohl nicht einmal nominiert, durfte sich den wohlverdienten Titel „Misses Hüttenrode 2015“ abholen. Ob ihr Hilfseinsatz als Nagelmädchen im direkten Zusammenhang dazu steht, ist bis heute unklar. Auch bei der Tombola konnte Vivi Preise abräumen und von Fortuna so sehr geküsst, betrat man die Straße zum Olymp, welche durch eine Weidenpforte führte. Was nun folgte dürfte in die Annalen des Hüttenroder Volleyballturniers eingehen und wird noch in Jahrzehnten als Anekdote an den USV-Nachwuchs weitergegeben werden. Man muss sich die Situation nur einmal bildlich vorstellen: Da stehen auf einer Seite 6 junge Damen einer Verbandsligamannschaft, super aussehend, doch mit glasigen Augen, in welchen die Nachwirkungen der letzten Tage und Nächte deutlich erkennbar sind. Auf der anderen Seite stehen die „Berlin Peaches“, eine Drittligamannschaft aus Berlin: Jung, dynamisch und vor allem frisch, da sie dem legendären Partyzelt wohl fernblieben. Die „6 auf Abwegen“ werden unterstützt von Coach Phil, Co-Trainer Patrick und Physio Matze, gekleidet in rosa Tütü´s und beschmiert mit Glitzer sowie weiteren Fans aus allen Lagern und singen schon vor dem Spiel das Lied der Göttinnen von Golm: „Allessieger, Allessieger – USV!“ Nun ja, das Resultat ist bekannt: Spaß besiegt alles. Angepeitscht von den, schon vor dem Spiel heiseren Unterstützern, gewann man schnell die ersten beiden Sätze. Gegnerinnen und Zuschauer wurden wortwörtlich weggefeiert. Ob man sich dabei ein bisschen unbeliebt machte? Egal, Potsdam wird in Hütte nicht nur von Bacardi repräsentiert und das sollte jedem klar werden. Ohrwürmer wie: „Meine Frau ist deine Frau, USV“ „Jede Frau beim USV, geile Sau!“, „Partysieger, Partysieger – USV“ „Und eins und zwei und USV“, sowie oben genannte, brandeten über die bemitleidenswerten Gegnerinnen hinweg und ebbten selbst dann nicht ab, als man die folgenden zwei Sätze abgab. Nun gut, Tiebreak können wir ja. Schnell die Mädels zum 8. Mal mit der Pistole fitgespritzt und auf zum Allessieg. Sarah, Franca, Netti, Steffi, Vivi (zwischenzeitlich mit Glas unter dem Auge im Sanizelt) und Ani, sowie Tina und Vero (eingekauft und eigentlich nicht mehr im Stande zu spielen, aber dennoch kurzzeitig für Vivi auf dem Feld) auf der Bank, drehten noch einmal richtig auf und ließen die Pfirsiche alt aussehen. 15:7 lautete das Ergebnis und nach dem Schlusspfiff muss das Wort „Eskalation“ neu konnotiert werden. Das Wunder war geschafft, der Partysieger wird Turniersieger und bis heute ist das für viele Beteiligte noch nicht zu realisieren.

An dieser Stelle geht vom Coach ein großer Dank an alle beteiligten Mannschaften aber auch an die Organisatoren und alle Beteiligten raus, welche durchweg positiv gestimmt waren und dieses Turnier unvergesslich machten. Ein besonderer Dank geht auch an den die Jungs vom PSV Neustrelitz, welche uns unentwegt unterstützten und ohne zu fragen, jedes Lied mitsangen. Mein größter Respekt geht jedoch an (ach ich sag´s einfach) meine Mädels vom USV II, die eine unfassbare Vorstellung ablieferten und dieses Wochenende zu einem ganz besonderen Erlebnis machten!

Kreativer Schöpfer des obigen, geistigen Ergusses: Philip Marchal

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Allessieger, Allessieger, USV!
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