Die beiden Volleyball-Regionalligateams des USV Potsdam mussten sich am Samstag (18.02.2017) bei ihren „Heimspielen“ den Tabellenführern ihrer Liga jeweils im Tiebreak geschlagen geben. Die Herren unterlagen nach 0:2-Satzrückstand und eigenem Matchball dem SSV 80 Gardelegen mit 2:3 (23:25, 20:25, 25:17, 25:20, 15:17), die Damen mussten sich nach 2 Stunden und 37 Minuten dem TSV Tempelhof-Mariendorf ebenfalls mit 2:3 (14:25, 25:20, 25:23, 19:25, 11:15) geschlagen geben. Als wertvollste Spieler wurden auf Seiten des USV Christian Burkhardt und Cindy Kremer ausgezeichnet.

Bei den Männern war die Hoffnung auf einen Sieg gegen den souveränen Tabellenführer aus der Altmark nach der 0:3-Schlappe in der Vorwoche beim BVV II nicht besonders groß, bei dem der im Abstiegskampf feststeckende USV phasenweise so wirkte, als hätte sich das Team bereits aufgegeben. Nun sollte ausgerechnet gegen den Primus alles besser werden. Da der USV kurzfristig seine angestammte Heimstätte in der Heinrich-Mann-Allee gegen den Ballspielhalle am Luftschiffhafen tauschen musste, war auch noch der Heimvorteil dahin, doch immerhin fanden sich 11 USV-Akteure gegen ebensoviele Gäste im Olympiazentrum ein. Der USV begann mit Christian Burkhardt als Diagonale zu Zuspieler Thomas Schulze, mit Roger Büchsenschuß und Christoph Schneider als Annahme-Außen, Philip Marchal und Attila Dahmann im Mittelblock sowie Robert Ließ als Libero. Im ersten Satz konnten sich die Gastgeber dank einer stabilen Annahme und guten Aufschlägen über 13:8 auf 19:13 absetzen, doch dann zogen die Gäste an und gingen zum 21:20 am USV vorbei. Am Ende reichte es trotz zweier Auszeiten und Wechsel nur zu einem 23:25. Im zweiten Abschnitt folgte der Einbruch gleich zu Beginn: Mit einer 0:7-Hypothek ging man in den Satz und konnte diesen Rückstand bis zu dessen Ende nicht aufholen. Denn eine schwache Leistung im K2 führte immer wieder dazu, dass die erzielten Breaks weitestgehend wirkungslos blieben – 20:25. Im dritten Abschnitt kam Jens Reimann für Roger Büchsenschuß in die Partie und rüttelte das Team wach. Dank reduzierter Eigenfehlerquote, einem immer souveräner spielenden Christoph Schneider, guten Linienangriffen von Christian Burkhardt sowie fast 100%-Punktquote über die Mitte zog der USV über 7:4, 16:10 und 20:14 auf 25:17 davon. Im vierten Abschnitt gab Reimann unter Anleitung von Interimscoach Lars Hurtig abermals den Joker und vertrat Christian Burkhardt zeitweilig im Diagonalangriff. Dank eines stabilen K1 zwangen die Potsdamer ihre Gäste nun zu Fehlern und kamen über alle Angriffspositionen regelmäßig zum Erfolg. In einem spannenden und hochklassigen vierten Satz ging es über 12:7, 18:12 und 25:20 in den Tiebreak. Dort machte der Spitzenreiter nach 8:8 nochmal Ernst, doch der USV kam nach 12:14 zurück und hatte beim 15:14 selbst Matchball. Dass das Spiel schließlich mit 15:17 verloren ging lag an Nuancen – steckst du unten drin, verlierst du solche Spiele. Als MVP wurde Christian Burkhardt ausgezeichnet. Für den USV geht es am kommenden Wochenende nach Cottbus. Dort muss gepunktet werden, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Bei den Damen sorgte das lange Spiel der Männer für einen leicht verzögerten Spielbeginn gegen den unangefochtenen Ligaprimus aus Berlin. Dieser war zu allem Übel auch noch in voller Besetzung angereist, lediglich die etatmäßige Libera fehlte beim Spitzenreiter, der bislang alle Ligaspiele gewonnen hatte. Beim USV fehlten mit Martina Gast (Reha nach erneuter Knie-OP), Verena Poppe-Kohlsdorf (Knochenmarksödem im Sprunggelenk), Madlen Schulze (Familientag) und Martina Stoof und Tina Patzner (verreist) gleich fünf wichtige Akteure. So agierte Julia Löchel im Zuspiel und Ulrike Engel auf Diagonal, den Mittelblock stellten Tanja Bergmann und Maria Heidelberger, als Libera spielte Cindy Kremer, Karen Amlang und Lisa Schröder gaben die Annahme-Außen. Auf der Bank nahmen Jana Dotzek, Susann Sass und Alexandra Schramm Platz. Im ersten Satz wirkte der USV wie das Kaninchen vor der Schlange, kam im Angriff selten und im Block überhaupt nicht zum Zuge. Dazu gesellte sich eine durchwachsene Annahmeleistung, so dass Susann Sass nach 0:4 und 6:17 nach knapp eineinhalb Jahren ihr Comeback im USV-Trikot feierte und Karen Amlang ersetzte. Mit ihr stabilisierte sich die Mannschaft und machte bis zum 14:25 noch genauso viele Punkte wie der Gegner. Im zweiten Satz tauschte Trainer Schulze die Positionen der Mittelblocker und der Annahme-Außen, um den gegnerischen Angreifern und ein komplett neues Blockbild zu bieten. Und tatsächlich ging dieser Plan auf, denn die Gastgeber stabilierten sich in fremder Halle im K2 und agierten nun auch aus einer soliden Annahme. Das trug zu einer sehr ansehnlichen Partie bei, die eines Topspiels würdig war. Bis zum 19:20 blieb das Spiel auf des Messers Schneide, dann machte die wieder eingewechselte Karen Amlang am Aufschlag mit den Gästen kurzen Prozess und sorgte mit dem 25:20 für den Satzausgleich. Im dritten Satz strapazierten beide Teams dann die Nerven ihrer Trainer: Nach 0:6 verkürzte der USV auf 6:7, um dann schließlich wieder 6:10 zurückzuliegen. Beide Auszeiten waren bereits weg, ehe erneut Susann Sass (10:12), Jana Dotzek für Ulrike Engel (11:14) und Alexandra Schramm für Julia Löchel (18:20) halfen die Partie zu drehen. Bei 21:20 war die Führung zurück, doch selbst ein 24:21-Vorsprung brachte noch nicht den ersehnten Erfolg. Die Gäste wehrten sich nach Kräften, doch ein Angriffsfehler von Ex-Bundesligaprofi Regina Marpeli-Burchardt sorgte für die Entscheidung – 25:23. Auch der vierte Satz begann verheißungsvoll: TM musste bei 0:3 in die erste Auszeit und Trainer Schulze analysierte, dass 6 Punkte aus den kommenden 10 Ballwechseln reichen würden das Spiel zu entscheiden. Doch der USV bekam in dieser Phase keinen Fuß auf den Boden und fing sich eine 3:7-Serie, was TM wieder zur Führung und zur zweiten Luft verhalf. Beide Teams kämpften nun leidenschaftlich um jeden Ball, ehe ein Feueralarm in der Halle ausbrach. Die Schiedsrichter entschieden sofort auf Spielunterbrechung und beide Teams mussten die Halle verlassen. Da diese erst nach Eintreffen und Prüfung durch die Feuerwehr wieder betreten werden konnte, ging eine halbe Stunde bei +4°C ins Land. Der Grund: Ein eingeschlagener Feuermelder am Ausgang der MBS-Arena, der beim Verlassen der SCP-Ultras nach dem Sieg gegen Suhl aktiv wurde. Nach 15-minütiger, erneuter Erwärmung wurde das Spiel beim Stand von 15:19 fortgesetzt. Die Frage, wie beide Mannschaften die Zwangspause wegstecken würden, beantwortete sich bereits nach wenigen Ballwechseln: Beim USV lief verhältnismäßig wenig zusammen, beim TSV TM drehte Mapeli-Burchardt nun auf und entschied mit ihren Angriffen den vierten Satz – 19:25. Im Tiebreak lieferten sich beide Teams noch einmal einen heftigen Schlagabtausch, doch die Ausnahmespielerin der Gegenseite stellte früh die Weichen auf Sieg: Nach 2:7 kam Potsdam mit 11:15 unter die Räder – wohl wissend, dass man sich vor der gezeigten Leistung gegen diesen Gegner absolut nicht verstecken muss. Für die Damen geht es am 04. März weiter: Zu Gast in der Heinrich-Mann-Allee ist um 19 Uhr der SV Braunsbedra.

Für den USV am Ball:

Christian Burkhardt, Roger Büchenschuß, Christoph Schneider, Attila Dahmann, Philip Marchal, Jens Reimann, Robert Ließ, Nicolas Handrick, Lukas Wieland, Lars Hurtig, Thomas Schulze

Lisa Schröder, Julia Löchel, Cindy Kremer, Karen Amlang, Susann Sass, Jana Dotzek, Ulrike Engel, Maria Heidelberger, Tanja Bergmann, Alexandra Schramm

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Regionalliga: USV mit zwei Tiebreak-Niederlagen gegen die Tabellenführer

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