Grün-Weiß Eimsbüttel vs. USV Potsdam

Die Damen vom USV mussten nach zwei Niederlagen im Doppelspieltags-Wochenende mit leicht gesenktem Blick den Heimweg antreten. Am Samstag unterlagen sie den Tabellennachbarinnen von Grün-Weiß Eimsbüttel in einem zeitweise umkämpften Spiel mit 0:3 (-23,-16,-21) und am Sonntag deutlicher dem Tabellenfünften Kieler TV mit 0:3 (-12,-20,-16). 

Als Trainer Schulze am Freitag in der Whatsapp-Gruppe schrieb „nehmt euch genug Essen mit, wir fahren nach Hamburg“, ahnte er wohl noch nicht, dass trotz des dort üblichen Schietwetters – Sabine war dagegen nur ein kleines verirrtes Lüftchen – ein durchweg freundliches Hamburg mit ausreichend kulinarischen Highlights sowohl in fester als auch in flüssiger Form auf die am Samstag in unterschiedlicher Weise angereisten 10 Spielerinnen, 3 Betreuer, 3 Edel-Fans und 1 Baby wartete.

Egal ob sitzend im Auto oder stehend im Zug: die Spielerinnen kamen rechtzeitig in Hamburg an und waren hochmotiviert, als vor Spielbeginn – das Baby hatte neben Lächeln und Süß-Aussehen seine erste Teambesprechung auf der Tagesagenda zu stehen – in der Umkleide von Trainer Schulze die Worte zum Spiel fielen. Im Hinspiel mussten sich die USV-Damen im November nach einer starken 2:0 Satzführung am Ende 2:3 geschlagen geben. Schuld war damals die doofe Konsequenz. Diese galt es aber am heutigen Tage nicht zu verlieren, da waren sich alle einig.

Der USV-Kader, den Schulze mit seinen beiden Co´s (Taubert, Götze) festlegte, war vielversprechend: Beatrice Kujat im Zuspiel, Kapitänin Gina Schilke und Sophie Apel auf Außen, Nicole Liebscher auf Diagonal und Tanja Bergmann und Jessica Bögershausen auf Mitte.

Druckvolle Aufschläge von USV-Mittelblockerin Jessica halfen im ersten Satz dabei, die Gastgeberinnen zu überrumpeln und beim 10:4 für den USV mussten die Hamburgerinnen ihre erste Auszeit nehmen. Unbeeindruckt vom daraus resultierenden Trainerpunkt des Hamburgers zeigte sich die USV Kapitänin Gina, hinterließ zum 11:6 im gegnerischen Drei-Meter-Raum eine kleine Kuhle und musste im folgenden Ballwechsel eine fälschlicherweise festgestellte Netzberührung ihrerseits hinnehmen. Die zweite Fehlentscheidung in Folge durch den Schiedsrichter irritierte die USV Damen etwas und verkleinerte das Polster zunächst auf 12:8 für den USV. Aber auch Diagonalangreiferin Nicole hatte hier ein Wörtchen mitzureden und lies die Hamburgerinnen mit ihren Angriffen zum 14:10 weiterhin auf Abstand. Nachdem die Gastgeberinnen durch einen Wechsel auf der Außenposition ihre Annahme verstärkten, wackelte eben jene auf Seiten des USV, sodass sie auf 17:16 verkürzen konnten. An diesem Punkt durften Bea und Nicole kurz verschnaufen und Trainer Schulze schickte mit dem USV-Doppelwechsel Maja und Tini aufs Parkett. Der Vorsprung wuchs zwar nicht, konnte aber gehalten werden, sodass der Rückwechsel beim 20:19 für den USV neuen Aufwind für das Satzende bringen sollte. USV Kapitänin Gina ließ diesen Aufwind in Form eines druckvollen Aufschlags bei den doch eigentlich windresistenten Hamburgerinnen einschlagen und abermals sah sich der Hamburger Trainer gezwungen, eine Auszeit zu nehmen (22:20 für den USV). Erneut resultierte aus der Auszeit ein Trainerpunkt auf der Hamburger Seite und es wurde nochmal eng im Kampf um diesen wichtigen ersten Satz. Die Nerven standen auf der Kippe und so kann es schon mal passieren, dass der USV zwei Aufschläge in Folge versemmelte. Jetzt spürten die Potsdamerinnen den Gegner beim 23:22 im Nacken und mussten in Folge dessen eine Auszeit beim 23:23 nehmen, nur um im Anschluss zuzusehen, wie die gewitzten Hamburgerinnen einen Ball hinter den eigenen Block legten (23:24). Jetzt wollte Schulze mit seiner letzten Karte trumpfen und schickte Ivette für Gina auf das Feld. Doch es war letzten Endes der längere Atem von der Hamburgerin Charlotte Gremme, die mit ihrem vierten Aufschlag in Folge Druck aufbaute, sodass die Gegnerinnen am Ende des Satzes die Faust in die Luft strecken konnten (23:25). 

„Schade Marmelade“ hallte es nicht nur in den Köpfen der Potsdamerinnen, sondern bald auch ganz schön oft aus den Boxen der Musikanlage. Wahrscheinlich noch mit den Gedanken beim ersten Satz, verpassten die Gäste nun den Einstieg in den Zweiten, da die Hamburgerinnen den sicheren Weg durch den USV-Block fanden. Dann musste passieren, was passieren musste: eine Annahme ging weg, ein Zuspiel wurde den Potsdamerinnen raus gepfiffen und als man mit der Marmelade nicht mehr hinterherkam, musste Trainer Schulze beim 6:13 eine Auszeit nehmen. Auch die folgenden Wechsel auf der Zuspiel- und Außenposition konnten dem Abstand zum Gegner Nichts anhaben, hielten die Hamburgerinnen dem USV trotzdem durch insgesamt sechs Fehlaufschläge im zweiten Durchgang öfter die Tür offen. Dafür waren die Quote der Eigenfehler zu hoch und die Lücke im USV-Block einfach zu breit. Der Satz musste mit 16:25 an die Hamburger verschenkt werden.

Eine veränderte Startaufstellung sollte dem USV im dritten Durchgang nun neuen Mut zusprechen. Alex kam für Jessi auf der Mitte und Tini für Bea im Zuspiel zum Einsatz. Die erste längere Rallye in diesem Satz verschenkte der USV unglücklich an Hamburg und erneut sah man sich dem Gegner hinterherlaufen (0:3). Dank einem von zahlreichen Aufschlagfehlern der Hamburgerinnen durften die USV-Damen aber auch in den Satz starten (1:3). Nach einem von weniger zahlreichen Blocks und der kurzzeitigen 6:5 Führung verschenkte der USV den Aufschlag und fand sich erneut im Rücken der Hamburgerinnen wider. Doch der Spielwitz von Tini in Form eines zweiten Balles ließ zum 11:10 einen Motivationsschub beim USV erkennen. Wäre da nur nicht ein erneuter Aufschlagfehler der Potsdamerinnen gewesen, der den Gastgeberinnen ab der Satzmitte die Chance ließ, langsam Abstand zu gewinnen (14:17). Aber auch die Hamburgerinnen zeigten sich erneut stark in der Fehlerquote des Aufschlages und gaben zum 18:18 die Führung weg. Ein Netzroller-Ass von Nicole kam zum eigenen 19:18 sehr gelegen. War da etwa ein Wendepunkt erkennbar? Nein, dachte der Hamburger Trainer und vertraute auf seine Zuspielerin und spätere MVP, die die Bälle geschickt verteilte und den Potsdamer Block erneut wackeln ließ (19:21). Auch der Doppelwechsel zeigte keinen Erfolg und so vergaben die USV-Damen auch diese Chance mit 21:25 und somit das Spiel mit 0:3. MVP auf Potsdamer Seite wurde Diagonalangreiferin Nicole.

Der allgemeinen Stimmung sollte diese Niederlage aber Nichts anhaben und so fanden sich die USV-Damen bei einem sehr freundlichen Griechen zum Abendessen mit den angereisten Edel-Fans zusammen. Es gab feinstes Essen, irgendwas zwischen einem und einhundert Ouzos und es geschah was geschehen musste: mit einer sehr sicheren Wahrscheinlichkeit fuhr ein Bus voller gut gelaunter Potsdamer gen Reeperbahn. Natürlich mit dem sicheren zeitlichen Rahmen und dem sicheren nüchternen Fahrer landeten zu später Stunde alle zufrieden im Bett, um für das zweite Spiel am Wochenende gewappnet zu sein. Das späte und ausgesprochen leckere Frühstück im Hotel wurde von fast allen genutzt, um die Reserven wieder aufzufüllen und so traten der nächtliche sichere Bus und der kurzzeitig vermisste Bus den Weg nach Kiel an.

Kieler TV vs USV Potsdam

Zum Spiel gegen den Kieler TV sei nur so viel zu sagen: der Kaffee vom Buffet schmeckte wirklich gut. Ansonsten kann aber nicht viel Positives berichtet werden. Nicht durch den Alkohol etwa, sondern durch familiäre Verpflichtungen war der Kader vom Samstag zum Sonntag auf schmale 9 Damen gekürzt worden. Wenig Wechselmöglichkeiten gepaart mit vielen Annahmefehlern aber einem leicht verbesserten Block im Vergleich zum Vortag konnten die USV Damen zu keinem Zeitpunkt auf einen Satzgewinn geschweige denn Spielgewinn hoffen lassen. Immerhin wurde der lange Heimweg nach einem schnellen 0:3 nach 69 Minuten Spieldauer nicht allzu spät angetreten. Doch auch der gewonnene MVP-Sekt für Sophie Apel blieb dieses Mal zu.

Hoffentlich können die USV Damen am kommenden Samstag nach dem anstehenden Heimspiel gegen die vom Abstieg gefährdeten Damen vom BVV die Sektkorken wieder knallen lassen und mit zahlreichen Zuschauern jubeln. Anpfiff ist wie gewohnt 19 Uhr in der HMA.

Spielbericht: Margarete Borchardt

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Doppelspieltage im Norden liegen dem USV nicht: es fehlten einige Prozente
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Ein Kommentar zu „Doppelspieltage im Norden liegen dem USV nicht: es fehlten einige Prozente

  • 24. Februar 2020 um 22:06
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    Maja, danke für den tollen Bericht und dass du nicht erwähnt hast, dass der Bus in der Nacht zu Sonntag wegen dieses komischen Gehwegs abgeschleppt wurde. Das muss wirklich niemand wissen!

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