Der USV Potsdam musste sich am Samstag (26.02.2011) in Golm den Gästen vom SC Potsdam V mit 0:3 (-10, -16, -11) und Motor Hennigsdorf mit 2:3 (-30, 17, 22, -21, -11) geschlagen geben.

Wie so oft in dieser Spielzeit stellte sich die Mannschaft eigentlich von allein auf: nur sieben einsatzfähige Spielerinnen inklusive Libera fanden den Weg in die neue Unihalle. Dennoch konnten alle Positionen zumindest wie gewohnt besetzt werden und – soviel vorweg – Verletzungen gab es am heutigen Spieltag nicht zu beklagen. Ohne jegliche Wechseloption schickte Trainer Schulze folgende Sechs plus Libera ins Rennen: Mandy Reimann begann im Zuspiel, Grit Raßmann als Diagonalspielerin, die Annahme-Außen besetzten Josephin Mischke und Christin Eulau. Als Mittelblocker agierten Alexandra Schramm und Ulrike Engel – im Hinterfeld stabilisierte Johanna Meyer Annahme und Feldabwehr.

So zumindest der Plan. Die obligatorische 0:3-Auszeit ließ sich auch im ersten Satz gegen den Tabellenführer vom SCP V nicht abwenden. Allein sie nützte diesmal nichts. Die Gäste agierten mindestens eine Klasse besser als ihr Gegner und brachten den ersten Satz mit 25:10 unerwartet deutlich über die Runden. Vor allem die Annahme bereitete den USV-Ladies große Probleme, sodass kein aggressives Angriffspiel aufgebaut werden konnte. Das besserte sich im zweiten Abschnitt spürbar. Zwar lag das Heimteam wieder schnell zurück (4:7, 5:11), aber der fällige Einbruch ließ auf sich warten. Vielmehr zeigte das Team mehrfach sein Potential, als die Schnellangreifer aufgrund verbesserter Annahme den gegnerischen Mittelblock banden und somit die Außenpositionen gegen den Einerblock punkteten. So sorgte der USV für gelungene Spielzüge, die mit schnellem, modernen Volleyball schon ’ne ganze Menge gemeinsam hatten. Dass der Satz aufgrund der überragenden Handlungshöhe des Gegners mit 16:25 abgegeben wurde, spielte dabei eigentlich nur eine untergeordnete Rolle. Im dritten Satz waren es neben den zurückkehrenden Annahmeproblemen einfach unfassbar viele Aufschlagfehler, die den Glauben daran, hier doch noch etwas Zählbares zu erbeuten, schnell schwinden ließ. Der 3:0-Erfolg des SC Potsdam war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Das zweite Spiel gegen Motor Hennigsdorf sollte wohl so etwas wie die Revanche der Revanche werden – nur aus wessen Sicht? Vor zwei Wochen gelang einem ähnlich dünn besetzten USV-Kader die Sensation, als man in Hennigsdorf die Gastgeber mit 3:2 bezwang – letzte Woche flog man mit 2:3 aus dem Pokal. Bereits der erste Satz bestätigte die letzten Ergebnisse – nämlich, dass sich hier zwei Mannschaften auf Augenhöhe duellierten: trotz mehrfachem Satzball gelang dem USV nicht der entscheidene Punkt, so dass man sich nach einem Volleyballkrimi mit endlosen Ballwechseln mit 30:32 geschlagen geben musste. Das Team zeigte sich davon jedoch unbeirrt und konnte die folgenden Sätze mit 25:17 und 25:21 gewinnen. Anschließend ging die Durchschlagskraft im Angriff verloren und Abstimmungsschwierigkeiten in der Feldabwehr führten zum 21:25. Satzausgleich – wieder Tiebreak, der 15. Satz in 14 Tagen gegen Hennigsdorf. Mehrere individuelle Fehler beim USV ermöglichten dem Gast nun einen komfortablen 8:4-Vorsprung zum Seitenwechsel. Wieder kämpfte sich das Team heran, kam jedoch trotz vieler eigener aussichtsreicher Punktchancen in langen Ballwechseln nicht über ein 11:15 hinaus.

Dennoch zeigte sich Trainer Schulze nach dem Spiel auf der Pressekonferenz zufrieden: „Wir haben viele gute Ansätze im Angriffsspiel gezeigt und tapfer gekämpft. Jetzt gilt es, im Training gezielt die Annahme zu stabilisieren und konzentriert die Saison zu Ende zu spielen. Wenn wir die Dankeballsituationen noch besser verwerten und die letzten Abstimmungsprobleme lösen, ist hier sicher mehr zu holen. Gleiches gilt natürlich ebenfalls für die dünne Personaldecke – jeder Trainer wünscht sich natürlich den Idealfall von 12 Spielerinnen beim Punktspiel, um entsprechend auch auf bestimmte Situationen reagieren zu können – das war heute leider nicht der Fall.“

Mittelblockerin Alexandra Schramm ergänzte im Interview nach Spielschluss: „Speziell im Block und im Angriffstiming gibt’s sicher auch noch Verbesserungspotential.“

Ein großer Dank des Teams gilt natürlich dem treuen wie fantastischen USV-Publikum, dass die Golmer Halle phasenweise in griechische Atmosphäre tauchte. Dem Fanblock, bestehend aus Edelfan, Verletzten, Neulingen und Spielerinnen-Männern, möchten wir an dieser Stelle nochmals unseren aufrichtigen Respekt zollen und für die tolle Unterstützung einen symbolischen Kniefall vollziehen.

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Zwei Heimpleiten am Nachholespieltag
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2 Kommentare zu „Zwei Heimpleiten am Nachholespieltag

  • 27. Februar 2011 um 0:44
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    Dass in diesem Spielbericht vergessen wurde, das unglaubliche Publikum zu erwähnen, ist ein Affront allergrößter Güte.

    Antworten
  • 27. Februar 2011 um 11:19
    Permalink

    Ich schäme mich, hab den Fehler gleich eingesehen und entsprechend behoben!

    Antworten

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